Dienstag, 13. Januar 2015

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere- ist das sinnvoll?#5

Teil 5: Ein Fazit zum Thema "Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft"




Aus den vorangegangenen Teilen lässt sich folgendes festhalten:
Eine Substitution mit Folsäure und Jod sollte jede Schwangeren vornehmen, wobei Schilddrüsenpatientinnen bei Jod wegen der Dosierung ärztliche Rücksprache angeraten ist. Auch spricht vieles für eine Gabe von Vitamin D und den Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA
Der Eisenstatus wird vom Gyn routinemäßig überwacht und dies bei Bedarf ersetzt.
Eine Substitution mit einem kombinierten Multivitaminpräparat, d.h. einem Nahrungsergänzungsmittel, das verschiedene Vitamine und Mineralien sowie Spurenelemente enthält, schadet zwar nicht, ist aber oftmals auch nicht nötig. 
Lediglich wenn
vor der Schwangerschaft bereits ein erhöhter Bedarf bzw. Mangel vorlag- dies ist oftmals z.B. bei chronisch Kranken, starken Raucherinnen oder Untergewichtigen der Fall- kann ein kombiniertes NEM durchaus sinnvoll sein. Ebenso kann es für  Veganerinnen schwierig sein, dem in der Schwangerschaft erhöhten Bedarf einiger Mikronährstoffe gerecht zu werden, für diese Bevölkerungsgruppe empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung standardmäßig ein Supplement.
Diese ganzen Empfehlungen beziehen sich generell auf "normal" verlaufende Einlings-Schwangerschaften; bei Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaften sowie problematischen Verläufen sind individuelle Anpassungen nötig.

Mit der in Teil 1 definierten „normalen“ Ernährung ist eine Versorgung mit den meisten Nährstoffen gewährleistet, auch wenn man sich nicht immer supergesund ernährt. Wenn man sich also nicht ausschließlich von Fertiggerichten und Süßkram ernährt, ist die zusätzliche Einnahme von den meisten Nährstoffen schlichtweg nicht nötig.
Eine Übersicht über die Sinnhaftigkeit der gängigsten Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere gibt es hier.
In diesem Sinne eine frohe Schwangerschaft!








Quellen für alle 5 Teile dieser Serie: diverse Ausgaben der "Pharmazeutischen Zeitung", der "Deutschen Apotheker Zeitung", des "England Journal of Medicine", des "Ärzteblattes", des "Arzneitelegramms" und die DGE

Kommentare:

  1. Ich hab in meiner Schwangerschaft nur zu Beginn Folsäure/Jod genommen, weil ich das auch für wichtig hielt. Danach habe ich aber keinerlei Nahrungsergänzungsmittel gekauft, da meine Blutwerte immer gut waren, und ich auch der Meinung bin, dass man mit gesunder Ernährungen seinen Bedarf im Normalfall decken kann :)

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  2. Ich persönlich finde, dass gerade die Aufnahme von ausreichend Folsäure und Jod recht schwierig ist. Für Jod muss man ein echter Fischliebhaber oder Algenesser sein, da es ansonsten -außer in mit Jodsalz angereicherten Produkten- kaum bzw. nur in sehr geringen Mengen vorkommt; und Folsäure ist zwar in vielen Sachen enthalten, aber wenn ich bedenke, dass in den folsäurereichsten Lebensmitteln (z.B. Spargel, Kohlsorten, Spinat, Nüsse) "nur" ca. 70-100µg pro 100 g enthalten sind (außer Leber, die toppt alles, soll aber wg. des Vitamin A-Gehaltes ja nicht zu oft gegessen werden- ich selbst hasse Leber), finde ich die Mengen die ich täglich davon verzehren müsste, echt enorm. Aber du hast sicherlich recht, wenn man verstärkt auf die Ernährung achtet, geht es auch ohne Substitution.
    Bei meiner gelüstegesteuerten, semi-gesunden Ernährung wäre es mir aber zu riskant, hier komplett auf ein Supplement zu verzichten. Aber ich will ehrlicherweise meine Gelüste auch ausleben, ohne dabei dann ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, dass ich mal wieder nicht die gesunde Alternative gewählt habe =)

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