Sonntag, 11. Januar 2015

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere- ist das sinnvoll?#4

Teil 4: Können Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft auch gefährlich sein?




In Teil 1, Teil 2 und Teil 3 wurde erzählt, welche Nährstoffe in der Schwangerschaft ersetzt werden  und bei welchen man zumindest die Zufuhr beobachten sollte.
Hier geht es nun um die Frage, die viele werdende Mamas auch verunsichert: Kann man diese Nahrungsergänzungsmittel (NEMs) überdosieren und können sie dem Baby oder einem selber schaden?




Zur Beantwortung dieser Frage muss ich etwas weiter ausholen: 
Prinzipiell sind die wenigsten Mikronährstoffe schädlich, auch wenn man sie kurzzeitig überdosieren würde. Wasserlösliche Vitamine werden einfach ausgeschieden, wenn der Bedarf gedeckt ist und die Speicher voll sind. Fettlösliche hingegen reichern sich bei  Überdosierung zwar im Körper an, wobei aber schädliche Nebenwirkungen auch bei Einnahme eines NEMs nahezu ausgeschlossen sind. Um hiervon auf potentiell gefährliche Mengen zu gelangen, müsste man über einen sehr langen Zeitraum (länger als für die Dauer der Schwangerschaft!) mehr als nur ein NEM einnehmen. Selbiges gilt für die meisten Mineralien und Spurenelemente.
Ausnahme hiervon bildet Jod: dieses kann bei einer Überdosierung, genauso wie bei einem Mangel, zu Entwicklungsstörungen führen. Allerdings kann diese potentiell gefährliche Menge nur bei Mehrfachsubstitution erreicht werden, wenn also gleich mehrere verschiedene NEMs (z.B. die Jodidtablette, ein jodhaltiges Multivitaminpräparat und noch  Algenkapseln) kombiniert werden.
Von einer Gefahr ist also bei bestimmungsgemäßer Einnahme nicht auszugehen!
Oftmals wird auch vor der Einnahme von Vitamin A gewarnt, da dieses fruchtschädigend wirkt. Dies ist richtig, doch kommen in den NEMs in aller Regel beta-Carotine -die Vorstufe des Vitamin A- vor. Aus diesen wird in der Leber bei Bedarf dann Vitamin A synthetisiert, d.h. die beta-Carotine haben keinerlei gefährliche Wirkung auf das Ungeborene!

Bei einigen Mineralstoffen bzw. Spurenelementen (Eisen, Calcium, Magnesium, Zink) wäre zu beachten, dass diese nicht miteinander eingenommen werden sollen. Hierbei passiert zwar nichts „gefährliches“, aber sie behindern sich gegenseitig in der Aufnahme, sprich kommen nicht bzw. nur in stark verringerter Menge im Körper an. Somit wird auch keine oder kaum Wirkung erzielt und im Endeffekt handelt es sich dann um rausgeschmissenes Geld. Bei Mehrfachsubstitution ist eine zeitversetzte Einnahme im Abstand von mind. 2 Stunden zu empfehlen.
Außerdem darf die Einnahme von NEMs nicht dazu verleiten, auf eine gesunde Ernährung komplett zu verzichten. Zwar kann man damit seine Vitamin-und Mineralstoffbilanz ausgleichen, doch fehlen solchen Präparaten in aller Regel die sog. sekundären Pflanzenstoffe, die im Obst und Gemüse enthalten sind. Hierzu zählen Pflanzenstoffe, wie Polyphenole, Flavonoide oder Catechine, die u.a. positive Wirkungen auf das Immunsystem haben, antioxidativ wirken, Bakterien bekämpfen oder die Verdauung regulieren. Solche Inhaltsstoffe findet man nicht in den gängigen NEMs, sondern nur in orthomolekularen Präparaten.

Ein Fazit über die gesamte Nahrungsergänzungsmittel-Serie wird in Teil 5 gezogen.

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