Montag, 12. Januar 2015

{Tagebuch} 21+4: Ein ungeplanter Besuch im Krankenhaus



Sonntag Nachmittag: ich sitze mit Schokomuffin, Schlagsahne und Laptop auf dem Sofa. Plötzlich überkommt mich ein krampfartiger Schmerz im Unterleib, der mich kurz zusammenzucken lässt. Ist nach ein paar Sekunden wieder vorbei. Dann nochmal. Und wieder lässt es nach. Hatte ich gestern Abend auch kurz einmal, danach noch ein paar komplett schmerzlose Uteruskontraktionen (??), bei denen der Bauch kurz ganz hart wird und sich dann wieder entspannt.
Laut Expertenforen bei "Rund ums Baby", die ich doch als recht seriös erachte, könnten dies "Übungswehen" sein, was bis zu einem gewissen Maß normal ist...aber wohl noch nicht in diesem Stadium der Schwangerschaft...



2 Stunden später:  ich pflücke gerade meine Weihnachtslichterkette vom Fenster, als sich erneut ein Krampf anbahnt, gleichzeitig ist mir jetzt auch übel (aber das können gut die Unmengen an Sahne sein!) und ich lege mich kurz hin. Es kommt noch ein paar Mal zu einer -nun schmerzfreien- Anspannung des Unterbauches, dann herrscht wieder Ruhe.

Herr M. kommt und fragt, ob ich ins Krankenhaus will. Hmm, nein, will ich eigentlich nicht. Ich habe in 3 Tagen einen Termin zum Feinultraschall und hasse es, als Notfall in die Klinik zu gehen, wenn dort ohnehin jeder genug zu tun hat. Ist das hier denn ein Notfall oder normal? Ich habe keine Ahnung, habe ja noch nie ein Kind ausgetragen.
Eine halbe Stunde später hat der Mann aber entschieden: "wir fahren".

Weitere 30 Minuten später: wir kommen im Krankenhaus an und werden an die Notaufnahme verwiesen. Uff, da sitzen ca. 10 weitere Menschen. Gerade als ich es mir bequem mache, kommt aber schon die Empfangsdame und schickt uns gleich auf die Entbindungsstation in den Kreißsaal, da dort der diensthabende Arzt ist. Na gut, diesen wollte ich mir ja ohnehin noch anschauen zwecks Klinikwahl...

Dort angekommen stellen wir erstmal fest, dass gerade 3 Geburten parallel laufen. Hmpf, was für ein Timing. Aber nach kurzem Warten geht alles ganz schnell: eine Hebamme kommt und schließt mich sofort ans CTG an, vorher darf ich noch schnell Pipi in den Becher machen und parallel zum CTG wird noch Blut abgezapft. Dann verschwindet sie wieder (aber nicht ohne sich vorher kurz und wirklich nett mit mir zu unterhalten) zu ihren Entbindungen und Herr M. und ich werden alleine gelassen.

Ich hatte noch nie ein CTG und stelle fest, dass meine Basislinie bei ca. 12 kPa liegt und wenn es zu den -nun stets komplett schmerzfreien- Kontraktionen kommt, auf etwa 25 steigt. Dies ist in den rund 45min CTG ca 10-15 Mal der Fall. Und dabei fällt mir auf, dass es zumind. einige Male direkt im Zusammenhang mit den Bewegungen der Yetin steht- bei festeren Tritten kommt es zur Bauchverhärtung. Einen schmerzhaften Krampf hatte ich natürlich während des gesamten CTGs kein einziges Mal!

Dann kommt der Arzt, wirft einen kurzen Blick auf das CTG und befindet es als normal, wobei es zu diesem Zeitpunkt in der Schwangerschaft mit Vorsicht zu genießen wäre, weshalb er mich noch ausführlich untersuchen möchte.

Und dann geht es los: Spekulum- Untersuchung (MuMu zu, GMH 3,6cm), Vaginalschall (Cervixkanal >5cm), Abtasten und Abstrich- alles in Ordnung laut Doc. Und nun nimmt er sich noch richtig Zeit und macht einen ausführlichen Abdominalschall. Wir sehen die Yetin seit November das erste Mal (beim Termin im Dezember hatte sie sich verkrümelt und nur ihre Wirbelsäule präsentiert), ihr Köpfchen, Bauchumfang und Femurknochen werden vermessen, das Herz schlägt, sie zappelt wild rum.

Zwischenzeitlich wird der Arzt auch wieder zu einer der laufenden Geburten gerufen, als er wieder zurück kommt nimmt er sich aber wieder ausführlich Zeit, um mir seine Untersuchungsergebnisse zu erklären. Er weiß selber nicht, wo diese Kontraktionen her kommen, aber es ist alles in Ordnung und keine Frühgeburtsbestrebungen in Sicht. Auf meine angesprochene Vermutung, ob es im Zusammenhang mit stärkeren Kindsbewegungen stehen könnte meinte er, dass es dafür eigentlich noch zu früh sei und man die Bewegungen meist erst ab der 24. SSW spürt (hmm? da habe ich bislang immer anderes gehört..). Und nein, das ist hier definitv nicht der Fall, sogar Herr M. bemerkte schon öfters Yetins Zappeln und Treten durch meinen Bauch hindurch!

Dafür geht aber die Vermutung des Docs runter wie Öl: "Da Sie so schlank sind, kann es durchaus sein, dass Sie alles früher und intensiver bemerken". Welche Schwangere hört so etwas im 6. Monat nicht gerne?

Nun soll ich weiterhin Magnesium nehmen (das mache ich ohnehin- und zwar sehr hochdosiert) und dann dürfen wir die Klinik wieder verlassen. Ich bin doch sehr erleichtert, dass alles passt, obwohl ich mir vorher gar keine so großen Gedanken gemacht habe, dass etwas nicht stimmen könnte- ich war eher etwas irritiert.

Und ich bin von dem Krankenhaus sehr angenehm überrascht: Obwohl Sonntag Abend und 3 laufende Geburten, es war jeder sehr nett, ich wurde komplett durchgecheckt und der Arzt hat sich gerade für den Yetin-Schall extrem viel Zeit genommen.

Nun freuen wir uns auf den Feinultraschall, denn laut Doc ist das "wie im Kino"!

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Kontraktion in der Schwangerschaft?




Kommentare:

  1. Schön, dass im Endeffekt alles gut war, und du dich im Krankenhaus so gut aufgehoben gefühlt hast :) Das ist ja besonders wichtig! :) Und es ist doch immer wieder etwas ganz Besonderes, sein Ungeborenes im Ultraschall zu sehen :))

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  2. Vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, sein Baby zu sehen ist wirklich toll, v.a. da es eigentlich das erste Mal so richtig war (beim 1. Schall hat man Gesicht und Bauch gesehen -da sah sie eher aus wie ein kleiner Alien mit Totenköpfchen ;-)- , der Rest war versteckt und beim 2. Mal eben nur die Wirbelsäule). Und natürlich ist es immer super zu hören, dass alles in Ordnung ist, irgendwie macht man sich (unterbewusst??) doch Sorgen, wenn man nicht weiß, ob das jetzt normal ist oder nicht... LG

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