Freitag, 30. Januar 2015

{Tagebuch} 23. Woche: Feindiagnostik und Klinikbesichtigung Teil 2


Diese Woche steht der Feinultraschall auf dem Programm. Hier war ich vorab zunächst regelrecht verwirrt, denn in diversen Foren habe ich gelesen, dass dieser nur bei Auffälligkeiten gemacht würde. Nach intensiverer Recherche habe ich aber herausgefunden, dass diese Feindiagnostik (auch Organultraschall genannt) seit dem Sommer 2013 eine normale Kassenleistung ist und die Schwangere wählen kann, ob sie diese Untersuchung in Anspruch nehmen möchte, oder nur die Standardsonografie, bei der lediglich Kopf-und Bauchumfang sowie das Herz und der Magen angesehen werden.
Des weiteren gibt es aber noch einen spezielleren Feinultraschall, der eine Privatleistung ist; von diesem konnte ich allerdings nicht herausfinden, welche weiteren Strukturen da noch genauer angesehen werden.

Wir haben uns dann sehr zügig für den "normalen" Organultraschall entschieden und fuhren in der Früh in dasselbe Krankenhaus, in dem ich auch 3 Tage zuvor meine "Notfall"-Behandlung hatte.
Das erste schöne Erlebnis dort war, dass wir auf dem Parkplatz den behandelnden Arzt vom Sonntag getroffen haben, der uns gleich aus der Ferne zugewunken und gefragt hat, ob alles in Ordnung sei. Nett.

Weniger nett war dann allerdings die untersuchende Ärztin, eine hochqualifizierte DEGUM III-Spezialistin,
von denen es wohl nur eine handvoll deutschlandweit gibt. Im feldwebelartigen Kommandoton hat sie erst die Assistenzärztin (vor unseren Augen!) zusammengefaltet, dann im Schnelltempo alles vermessen und die Werte ihrer MTA zugerufen.

Hmm, die Atmosphäre war als "etwas" angespannt, Herr M. und ich verhielten uns vorsichtshalber eher ruhig- nicht dass wir auch noch eins auf den Deckel kriegen!

Bezeichnend war, dass sich auch diese hochausgebildete Diagnostikerin wohl einmal massiv vermessen hatte, ohne es zu bemerken. Erst als die MTA schüchtern eingeworfen hat, dass das Verhältnis der Aorta zur Bronchialarterie überhaupt nicht passt, hat sie diese beiden erneut vermessen und kam zu ganz anderen Werten. Irgendwie auch beruhigend, dass man diese Ultraschallvermessungen dann doch nicht immer für bare Münze nehmen muss, denn wie oft ist hierbei etwas vermeintlich zu groß oder zu klein?!

Jedenfalls war ihrer Einschätzung nach alles in Ordnung, die Yetin wog 410g und war 23cm groß. Meines Empfindens nach sehr zierlich für 22+0, aber laut Ärztin sei sie "gut versorgt".
Nähere Werte habe ich bis auf den BPD und den AU nicht erfahren, konnte nur immer beim Vermessen auf dem Bildschirm erkennen, welchem Entwicklungsstand die gemessenen Daten entsprechen. Hierbei war insgesamt alles etwas kleiner, aber immer noch im unteren Normbereich.

Da die Kleinen ja mittlerweile schubweise wachsen und es außerdem ohnehin immer kleinere und größere Babys gibt, mache ich mir da nun keine Sorgen, sondern bin froh, dass alle Organstrukturen erkennbar und unauffällig waren.

Nachdem uns die Ärztin noch in Eilgeschwindigkeit 2 Gesichts-Bilder (und ein unerkennbares Baby-Porno-Bild des Geschlechts) der Yetin in die Hand gedrückt hat und dann davon gerauscht ist, waren auch wir froh, hier wieder raus zu kommen. Wtf, die armen Kolleginnen, mit so einer Dame -egal wie fachlich qualifiziert- möchte ich nicht zusammen arbeiten!

Wenige Tage später fanden wir uns schon wieder in diesem Krankenhaus ein- 3 Mal in 8 Tagen, man könnte fast meinen, wir wohnen hier. Wenigstens finden wir nun für den Fall des Falles den Weg schon fast im Schlaf. Dieses Mal stand die Klinikbesichtigung zwecks Geburt an -wobei ich mit dem Kreißsaal ja schon Bekanntschaft schließen durfte.

Tja, was soll ich sagen? Diese Einführungsveranstaltung war das komplette Gegenteil derer im anderen Krankenhaus!  Auch hier war der Andrang riesig, noch größer als letztes Mal, aber es war wesentlich besser organisiert. Zuerst gab es einen kurzen, straffen Vortrag über die Klinik selbst und deren Möglichkeiten (sprich Werbung!), dieser war aber so informativ, dass in der anschließenden Fragenrunde nur noch 2 Fragen gestellt wurden.
Dann ging es schon zu den Kreißsälen, die ähnlich nett hergerichtet waren wie im anderen Krankenhaus ("in warmen Rottönen mit ergonomischen Formen..."). Ich glaube ja noch immer, dass mir die Kreißsaaloptik unter der Geburt herzlich egal ist! Herrn M. gefällt allerdings der posermäßige Riesen-Ledersessel für die werdenden Väter.
Danach noch schnell ab zur Wochenbettstation, hier gibt es ein loungeartiges Stillzimmer, zu dem nur die Mütter und sonst niemand Zutritt hat- falls man mal vor Mann oder lästigem Besuch flüchten muss. Daneben befindet sich ein "Babynestchen", wo man seinen Nachwuchs mal kurz bei den Schwestern abstellen kann. Und es gibt einen kleinen Speiseraum, denn sein Frühstück nimmt man hier in Buffetform zu flexiblen Zeiten ein. Ja, das klingt doch fast wie Urlaub. Wo ist bitte der Pool?

Nach nicht einmal einer Stunde war die Veranstaltung schon vorbei und auch wenn diese wirklich informativ war, bin ich immer noch nicht schlauer wo es denn nun zur Entbindung hingehen soll. Viel mehr fällt mir auf, was ich noch gerne alles über die andere Klinik bzw. deren Nachsorge wissen möchte:

- gibt es eine Stillberaterin oder eine Schwester, die sich *gut* damit auskennt und auch zeitlich dafür verfügbar ist?
- wie sieht die Wochenbettstation aus? Diese wurde uns dort gar nicht gezeigt. Gibt es hier auch so chillige Räume?
- und wenn es schon nur ein Familienzimmer gibt, kann ich dann ein Einzelzimmer mieten?

Zu letzterem haben mir so gut wie alle Schon-Mamas (und Papas!) geraten und nun lege ich da richtig Wert drauf: Kein ständiger Besuch bei der Bettnachbarin, kein zweites schreiendes Baby sondern nur meins, mehr Intimsphäre, ich kann in Ruhe (versuchen) zu stillen, ohne meine Brüste ständig vor fremden Augen präsentieren zu müssen,...ja, das hat doch was.

Entscheiden kann ich mich trotzdem noch nicht, ich warte, bis sich mein Bauchgefühl mal meldet (wahrscheinlich ist es unter meinen Süßigkeitenmassen vergraben). Aber es ist ja auch noch etwas Zeit.

Was ist/war Euch denn bei der Wahl der Entbindungsklinik wichtig?

Kommentare:

  1. Das von euch besuchte Krankenhaus klingt genauso wie das, in dem ich letztes Jahr unsere Tochter entbunden habe. Nur dass wir da nicht die Kreißsäle anschauen konnten, die waren gerade belegt. Also hatte ich auch keine Ahnung welche Farbe da an den Wänden war, ist aber auch wirklich egal. Als ich vom Vorwehenzimmer "verlegt" wurde (also schnell rüberdackeln, damit Mausi nicht auf dem Flur kommt) kam auch die Frage, ob orangene Wände ok sind ... da konnte ich nur lachen ;)

    Uns war vor allem das Familienzimmer wichtig und eine sympathische Atmosphäre. Dafür haben wir jetzt nicht den Riesenwert auf einen Kinderarzt vor Ort gelegt, was vielen anderen aber über alles geht. Da muss man sein Bauchgefühl sprechen lassen und schauen, mit wie viel "Risiko" man leben kann (ganz übertrieben ausgedrückt).

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  2. Die Optik war mir vorher schon wichtig, aber dann bei der Entbindung doch herzlich egal 😃 Außerdem wollte ich lieber ein Krankenhaus, was nicht allzu weit weg ist (man weiß ja nie, wie schnell es nachher gehen muss 😃) Familien- bzw. Einzelzimmer war für mich aber auf jeden Fall ein Muss. Die erste Zeit ist sowas intimes, das will man lieber ganz ungestört mit seiner Familie teilen. Außerdem kann man sich da viel besser ausruhen, finde ich :) im Nachhinein war die Stillberatung in diesem Krankenhaus viel stiefmütterlicher als behauptet... das fand ich sehr schade, nachher hat es mit dem Stillen dann leider auch nicht mehr geklappt.. Falls es mal ein Geschwisterchen gibt, würde ich mir wünschen, dass dieser Aspekt im Krankenhaus besser gestaltet ist

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  3. Hier auf dem Land ist die Auswahl an Kliniken nicht besonders groß, Geburtshäuser gibt es leider gar nicht. Wir haben uns für die Klinik entschieden, bei der wir die Möglichkeit zur Wassergeburt hatten und darin auch von den Hebammen bestärkt wurden. Außerdem bekamen wir dort ein Familienzimmer (kostenlos) und fühlten uns wohl. Somit stellte müssen wir uns zum Glück für die nächste Geburt nicht besonders groß überlegen wohin es gehen soll. Ich wünsche dir alles Gute für die weitere Schwangerschaft. Liebe Grüße, Antonia

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  4. Ganz lieben Dank für euer feedback! Ich hoffe immer noch auf eine spontane Eingebung, aber noch hat das ja ein bißchen Zeit. Fest steht aber auf alle Fälle das Einzelzimmer, in der Hoffnung dass die dann nicht gerade alle belegt sind!
    LG

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