Mittwoch, 18. Februar 2015

{Tagebuch} 26. Woche: Behördengang, Babybasar und neue Frisur



Da Herr M. und ich nicht verheiratet sind, ist es nötig, die Vaterschaft anerkennen zu lassen (bzw. wollen wir das natürlich). Dies kann man vor-oder nachgeburtlich machen lassen- da aber nach der Entbindung vermutlich jede Menge andere Sachen Priorität haben, erledigten wir das also sofort. Und was soll ich sagen? Willkommen im Bürokratiedeutschland!


Denn nicht nur die Vaterschaftsanerkennung ist wichtig, sondern auch das gemeinsame Sorgerecht. Dieses kann man parallel zur Vaterschaft anerkennen lassen. Das Manko hierbei: wenn man dies -wie wir- vorgeburtlich macht, muss man nach der Geburt die Kindsdaten (Name und Geburtstag) nachreichen. Soweit ja kein Problem, ABER: es wird bereits jetzt die Urkunde ausgestellt und trotz nachgereichter Daten ist es unmöglich, diese dann in die Urkunde einzufügen. Auf dieser steht im Endeffekt, dass das gemeinsame Sorgerecht für das Kind ohne Namen "N.N." und ohne Geburtsdatum besteht.
Herr M. hat also nun und für die kommenden 18 Jahre das Sorgerecht für unsere Yetin, die laut Urkunde offiziell keinen Namen und keinen Geburtstag hat! ARGH! Seltsamerweise stellt der Nachtrag in der Vaterschaftsurkunde aber kein Problem dar.

Wieso haben wir das gemeinsame Sorgerecht dann trotzdem jetzt schon beantragt?
Sollte mir bspw. während der Geburt wirklich etwas passieren, hätte Herr M. trotz anerkannter Vaterschaft kein Sorgerecht. Dies würde erstmal vor Gericht gehen und solange hat das Jugendamt die Vormundschaft. In der Regel wird dann zwar irgendwann dem Vater tatsächlich das Sorgerecht zugesprochen, aber das kann sich ziehen. Deshalb ist uns vom Amt dann auch geraten worden, dies zeitgleich zu machen, denn sie hatten erst letztens den Fall, dass die Mutter während der Geburt verstarb (ja, das will ich jetzt sicher hören! Danke, liebe Beamtin!) und das Kind zwar einen rechtlichen Vater hatte, dieser aber nicht über das Sorgerecht verfügte- und nun lass mal die Mühlen der Bürokratie mahlen. Also besser alles gleich erledigt.

Der Termin selbst war dann auch recht unspektakulär, aber einfach zu typisch. Die Beamtin vom Jugendamt musste uns zunächst mündlich und schriftlich darüber aufklären, was Sorgerecht und Vaterschaft bedeuten. Anschließend wurden diese beiden Urkunden erstellt und sie musste uns diese laut vorlesen. Dann durften wir selbige noch eigenständig lesen. Dann unterschreiben. Und das ganze jeweils getrennt für Vaterschaft und Sorgerecht. Ich kam mir vor wie damals beim Notar, als wir unser Grundstück erworben haben- nur war es dieses Mal wesentlich günstiger, denn der ganze Spuk kostete sage und schreibe NICHTS. Alternativ könnte man diese Anerkennung tatsächlich auch bei einem Notar machen lassen, aber da ist es vermutlich sehr teuer.

Nach dem Termin feierten wir die offizielle Vaterschaft bei einem ausgiebigen Frühstück. Ein Punkt auf meiner to-do-Liste: bevor die Yetin kommt, noch gaaanz oft frühstücken (und generell Essen) gehen!

Weiteres Wochenhighlight: mein langersehnter Friseurbesuch. Ich hatte bis letzten November fast taillenlange Haare (dies habe ich eigentlich nie wirklich registriert, ich bin jetzt noch ganz überrascht, wenn ich mir alte Fotos anschaue). Damals hatte mich schon der Rappel gepackt und ich konnte die Mähne nach jahrelanger Langhaarphase nicht mehr sehen.
Mein heißgeliebter, klischee-schwuler Friseur meinte damals aber nur in bester Harald-Glööckler-Manier zu mir "nur weil du jetzt Mama wirst, brauchst du ja nicht gleich eine spießige Kurzhaarfrisur. Wir machen es erstmal etwas über die Schulter." Sprachs und schnitt damals über 30 cm ab. Ja, das war tatsächlich schon verhältnismäßig viel und ich war anfangs auch zufrieden- ungefähr 2 Wochen lang. Aber da mich mein Friseur kennt und weiß, dass ich meine spontanen Einfälle irgendwann bereue, war es sicherlich zunächst einmal die bessere Wahl und ich hatte ausgiebig Zeit, mich nochmals mit dem Gedanken an wirklich kurze Haare anzufreunden. Und ja, ich wollte sie kurz! Weg damit!
Und so durfte die immer noch langen Haare nun einem Bob weichen:
   
vorher

nachher

Nach anfänglichen leichtem Schock (ja, es ist irgendwie doch viel Haar weg. Und ich brauche plötzlich einen Schal!) bin ich mittlerweile begeistert. Ich war noch nie eine Stylingikone und besitze da leider 2 linke Hände- so habe ich meine langen Haare meist einfach zum Pferdeschwanz gebunden, maximal ein Lockenstab kam gelegentlich zum Einsatz. Jetzt muss ich eigentlich gar nichts mehr machen. Das Föhnen geht sooo schnell und in der Früh einfach einmal durchwuscheln und ein bißchen Volumenpuder rein. Fertig. Natürlich könnte ich die Haare auch so richtig stylen, abgesehen von meinem mangelnden Talent dafür habe ich alle nötigen Gerätschaften- aber momentan finde ich den "out of bed-Look" ziemlich cool :) Yeah, jetzt habe ich also eine "praktische Mama-Frisur"- wobei ich sie wesentlich stylisher finde als den langen Pferdeschwanz!
Die Reaktionen von Herrn M. und meinem Umfeld waren auch durchwegs positiv, lediglich einige Apotheken-Kunden trauern "den schööönen langen Haaren" hinterher.
Am Wochenende waren wir dann zum allerersten Mal auf einem Babybasar. Es hätte uns im Vorhinein schon abschrecken sollen, dass es der größte Basar in der Stadt ist. Und dass Schwangere nicht früher rein durften! Das war ein Getümmel ohne Ende, an jedem Stand haben sich die Leute so gedrängelt, dass man gar nichts sehen konnte. Aber das nervigste: viele sind tatsächlich so unverschämt, dass sie einen regelrecht wegzerren/zur Seite stoßen/an der Jacke ziehen. Ich meine, gehts noch, Leute??? Alle sind da, weil sie etwas kaufen wollen und da muss man halt mal kurz warten! Nee, bei so einem Verhalten könnte ich echt aggressiv werden. Herr M. und ich waren dann auch so genervt, dass wir nach einer halben Stunde geflüchtet sind. Ganz ehrlich, da zahle ich im Laden lieber ein paar Euro mehr, bevor ich mir sowas nochmal antue. Oder wenns günstiger sein soll, gehe ich meinetwegen in einen SecondHand-Shop. Aber diese -sorry- Asi-Verhalten geht ja mal gar nicht!

 Ja, ansonsten wird mein fu** Ischias leider immer schlimmer und auch das Erbrechen kommt phasenweise zurück. Nicht wild, aber immer mal wieder, vorzugsweise spätnachmittags oder abends. Zum Glück aber nicht jeden Tag und ohne sonstige weitere Beeinträchtigung. Mein Eßverhalten ist ziemlich gleich geblieben, ich mixe nach wie vor Gesundes mit meinen ungesunden Dauergelüsten (man sollte den Bäckern verbieten, Krapfen zu backen! Und Schoki sollte es nur noch auf Rezept geben!). Mein Gewicht stagniert aber trotz gleichbleibendem Nahrungs-Konsum seit genau 2 Wochen.
Sag ich doch, der Körper regelt das irgendwann von alleine (puh!).

Habt/hattet ihr in der Schwangerschaft auch den (hormonell bedingten??) Drang, Euch optisch zu verändern? Und was kann man denn gegen diese fiesen Ischiasprobleme machen?

Kommentare:

  1. wie schon im forum kommentiert, ist es auch ein kostenpunkt das gemeinsame sorgerecht bereits vor der geburt des kindes eintragen zu lassen!! neben den anderen punkten, die du schon genannt hast.

    übrigens: ich liebe lange haare. deine alte frisur ist super toll gewesen. aber die neue. WOW!! sehr sehr hübsch!

    glg
    Annedde

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  2. Danke für das nette Kompliment :) Und auch die Info zur nachgeburtl. Sorgerechtsbeantragung, ich wusste nicht, dass es dann was kostet.
    LG!

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  3. Auf meinem Kopf hatte auch im 7.Monat meiner Schwangerschaft der Bob Einzug gehalten :D Kostet echt Überwindung, wenn man vorher lange Haare hatte! Aber wenn er einem steht, ist er dann auch echt stylish und pflegeleicht :) Dein Friseur hat wirklich tolle Arbeit geleistet, sieht super aus :) Ich hätte auch gerne so einen klischee-schwulen Friseur.... :D

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    1. Ich dachte immer, diese Klischee-Friseure sind Übertreibungen aus den Medien- da wurde ich tatsächlich eines besseren belehrt, auch wenn ich mir dort oftmals wie bei einer Slapstick-Show vorkomme :) Danke für dein Kompliment :D
      LG

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