Donnerstag, 26. März 2015

{Tagebuch} 30.Woche - Im Paragraphendschungel


Endlich, endlich habe ich meinen inneren Schweinhund (ansatzweise) überwunden und mit einigen (für mich eher unangenehmen Punkten) auf meiner to-do-list begonnen. So habe ich mir nun endlich einen Überblick verschafft, was ich wann und wo beantragen muss und habe mir die Formulare immerhin auch schon ausgedruckt. Das Ausfüllen war dann doch zu viel, aber wird noch -notgedrungen- folgen.
Um anderen werdenden Eltern einen kurzen Überblick zu verschaffen, hier mein bisherigen Erkenntnisse aus dem Paragraphendschungel:

Mutterschaftsgeld: mit ärztlicher Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin ganz unbürokratisch bei der Krankenkasse beantragen. Am besten ca. 7 Wochen vor dem EET, dieses Geld wird dann nach der Überprüfung laut Aussage meiner Sachbearbeiterin als Einmalzahlung für die 6 Wochen bis zur Entbindung überwiesen. Zeitgleich erhält man ein Schreiben, in dem alles weitere für den 2. Teil des Mutterschutzes -die 8 Wochen nach der Geburt- beschrieben ist (hier muss man dann z.B. die Geburtsurkunde vorlegen).
Außerdem liegt wohl auch der Antrag zur gesetzlichen Krankenversicherung für das Baby bei.

Hier gab es bei uns gleich einen Sonderfall: Herr M. ist privat versichert und der Mehrverdiener, ich bin bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Eigentlich wäre es wohl so, dass Herr M. aufgrund der beiden oben genannten Merkmale die Yetin bei sich privat mitversichern müsste, da wir aber nicht verheiratet sind, sondern nur in einer "eheähnlichen Gemeinschaft" leben, darf die Yetin doch wieder bei mir kostenfrei mitversichert werden- als sog. Familienversicherung. Sagte zumind. die Dame am Telefon, mal schauen...

Elternzeit: muss schriftlich beim Arbeitgeber beantragt werden, spätestens 7 Wochen vor Antritt. Man hat insgesamt Anspruch auf 3 Jahre, die ersten beiden Jahre nach der Geburt müssen verbindlich geplant werden, über das 3. Jahr kann auch später entschieden werden.

Elterngeld: Kann auch erst nachgeburtlich bei dem "Zentrum für Familie und Soziales" beantragt werden, da hier u.a. auch die Geburtsurkunde, eine Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld und der Steuerbescheid miteingereicht werden müssen. Da es sich hier aber wieder um ein riesiges Formular handelt, werde ich dieses auf alle Fälle soweit wie möglich noch vorgeburtlich ausfüllen, da mir zu so etwas danach bestimmt der Nerv fehlt.
Das Elterngeld gibt es max. 12 Monate für einen Elternteil, wobei der andere auch noch 2 Monate nehmen kann, also zusammen max. 14 Monate. Egal ob verheiratet oder nicht, Anspruch hat man nur, wenn man als Paar weniger als 500.000€ brutto verdient (ist machbar). Es muss für die Lebensmonate (nicht Kalendermonate) des Kindes beantragt werden und das Mutterschaftsgeld wird hierauf angerechnet (effektiv erhält man bei Beantragung von 12 Monaten Elterngeld also nur 10, da man ja die 8 Wochen Mutterschaftsgeld erhält). Das Elterngeld kann man max. 3 Monate rückwirkend beziehen, d.h. wenn man es versehentlich erst 4 Monate nach der geburt beantragt, geht ein Monat Elterngeld davon flöten.

Kindergeld:wird ebenfalls nachgeburtlich mit der Geburtsurkunde bei der zuständigen Familienkasse beantragt.

Landeserziehungsgeld: kann einkommensabhängig im Anschluß an das Elterngeld beantragt werden, parallel zum
Betreuungsgeld: darauf hat man im 2. und 3. Lebensjahr Anspruch, wenn das Kind nicht in einer öffentlichen Kinderbetreuungsstätte untergebracht ist und ist unabhängig vom Einkommen.

Puh, ist das trocken. Effektiv habe ich also nun die Unterlagen für das Elterngeld und Kindergeld runtergeladen, damit ich das dann zeitnah nach der Geburt einreichen kann.

Da mir das noch nicht gereicht hat, habe ich uns nun auch endlich zum Säuglingspflegekurs angemeldet, was gar nicht so einfach war: in dem einen Krankenhaus sind die März- und Aprilkurse ausgebucht, nur für Ende Mai wäre noch ein Platz frei- das ist zu spät! In der anderen Klinik konnte ich dann noch 2 übriggebliebene Restplätze ergattern- zu einem Termin, in dem wir eigentlich in der Arbeit wären. Habe ich nun trotzdem gebucht und wir müssen nun die Arbeitszeiten umorganisieren; es handelt sich zum Glück nur um 2 Stunden, wo dann unsere Kolleginnen einspringen müssen.

So, und zu guter Letzt habe ich mich auch aufgerafft und mit den blöden Isofix-Bases beschäftigt. Wir hatten ja bereits den Maxi Cosi Pebble gekauft und als ich damals recherchiert hatte, gab es noch eine Base (die 2WayFix), die auch für den folgenden Kindersitz (2WayPearl) ab etwa 1 Jahr sowohl in Rück-als auch in Vorwärtsrichtung kompatibel war.
Dieses Mal ist vom Hersteller angegeben worden, dass nur noch die Pebble Plus mit dieser Base einsetzbar sei; der normale Pebble sei nur mit der FamilyFix kombinierbar- mit der der Folgesitz Pearl kompatibel ist, aber eben ausschließlich rückwärtsgerichtet. Argh. Wieder so ein Chaos. Also ab ins Fachgeschäft und dort haben wir ganz schnell rausgefunden, dass auch der normale Pebble mit der 2WayFix funktioniert und wir dann den Folgesitz auch irgendwann einmal vorwärtsgerichtet einbauen können.
Ich denke, dass die Yetin ab einen gewissen Alter nicht mehr gegen die Fahrtrichtung sitzen mag?! Von daher ist man mit einem 2way-System einfach flexibler. Diese haben wir dann auch gleich gekauft und ich habe mich weiter ans Recherchieren begeben bzgl. einiger ungebliebter Dinge wie Flaschen, Schnuller und Babyphone. Hierzu wird es noch einen separaten Post geben über die Artikel, für die ich mich nun letztendlich entschieden habe.

Wie ihr vermutlich beim Lesen (Respekt, wer das gemacht hat!) bemerkt habt, war meine Woche also staubtrocken. Aber ich bin froh, diese ungeliebten Dinge endlich mal in Angriff genommen zu haben, es hilft ja leider nichts.

Ansonsten hatte ich diese Woche sehr oft und sehr lange einen brettharten Bauch. Mit meinen anfänglichen Übungswehen nicht mehr zu vergleichen, gerade im Stehen und Gehen fühlte es sich sehr seltsam an, aber nicht schmerzhaft. Da ich für nächste Woche ohnehin einen Gyn-Termin habe, bin ich aber nicht zum Arzt gegangen, da sich die Yetin normal bewegt (soweit ich das beurteilen kann) und ich einfach mal wieder nicht weiß, ob diese Dauerkontraktionen(??) nicht auch normal sind.

Wie war das denn bei Euch, hattet ihr auch so viele Kontraktionen?

Kommentare:

  1. Hatte auch oft und bis zum schluss diese schmerzfreien kontraktionen mit hartem bauch. War ab und zu unangenehm aber nicht schlimm.

    Das mit dem karenzgeld hat alles der arbeitgeber in die wege geleitet, somit musste ich nur beihilfen ansuchen. Müsst ihr das alles srlber machen?

    Säuglingspflege wird im krankenhaus nach der geburt gemacht. Die hebamme, du und dein schatz. Da wird dir normal alles gezeigt und du musstest vorher keinen kurs machen. ;-)

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    1. Ja, dieser Säuglingspflegekurs hat letzte Woche stattgefunden und ich hätte mir den wirklich sparen können :-O. Näheres dazu im nächsten Tagebucheintrag. Soweit ich weiß, müssen wir hier das alles selbst machen, bzw für den Mutterschutz ist es ja nur eine formlose Bescheinigung und wenn die KK diese hat, nimmt sie Kontakt mit dem Arbeitgeber auf, damit dieser die Gelddifferenz weiterzahlt...
      LG

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  2. Super, dass Du schon ein paar Schritte weiter gekommen bist. Dann verliert der ganze Wust doch auch seinen Schrecken. Wie teilt ihr euch eigentlich die Elternzeit bzw. den Elterngeldbezug auf, hast Du darüber schon mal was geschrieben oder seid ihr noch unentschieden?
    Weiter so;)
    Liebe Grüße!

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    1. Da mein Freund selbstständiger Apotheker ist und ich als Angestellte laufe, werde ich die Elternzeit bzw. das Elterngeld komplett alleine beanspruchen. Alles andere wäre leider finanziell gesehen totaler Schwachsinn, da mein Freund dank dieser Selbstständigkeit nur den Mindestbeitrag abgreifen könnte (wenn überhaupt!), dann aber jemanden dafür einstellen müsste, weil die Apo muss ja trotzdem jeden Tag öffnen- das wären Unkosten. Aber wir sind in der luxuriösen Situation, dass unsere angestellte Apothekerin pro Woche 1-2 Tage komplett arbeitet, so dass wir dann beide daheim sein können. Ansonsten möchte ich selbst nach einigen Monaten wieder für 1-2 Tage Teilzeit arbeiten und da kann dann mein Freund auf die Kleine aufpassen- soweit zumind. der Plan, mal schauen, ob ich das dann auch noch so durchziehen möchte. Aber zumind. wären die Gegebenheiten vorhanden =)
      LG

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  3. Hallo liebe Manati,
    bin erst jetzt auf deinen Blog aufmerksam geworden und hahbe mich voll gefreut, dass es einen anderen österreichischen Schwangerschaftsblog gibt. Ich bin ab morgen in der 37. Schwangerschaftswoche und meine Kontraktionen sind mittlerweile schon etwas schmerzhaft :) Also genieß das schmerzlose Hartwerden deines Bauches, zeigt ja nur, dass sich dein Bauchzwerg auch schon auf die Geburt vorbereitet.
    Hatte auch oft und bis zum schluss diese schmerzfreien kontraktionen mit hartem bauch. War ab und zu unangenehm aber nicht schlimm.
    Wegen dem Wochengeld im Mutterschutz hat bei mir alles der Arbeitsgeber in die Wege geleitet, ich musste lediglich die ärztliche Bestätigung der Schwangerschaft an meine Krankenkasse übermitteln und soweit ich weiß, kannst du die Versicherung für den Zwerg auch erst nach der Entbindung beantragen.
    Ich glaube den Säuglingspflegekurs hättest dir auch sparen können. Im Normalfall macht das ja die Hebamme mit dir während deines stationären Aufenthaltes. Wo hast du denn vor zu entbinden?

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Allerdings komme ich nicht aus Ö, sondern aus Bayern ;-)
      Das stimmt, diesen Pflegekurs hätte ich mir wirklich sparen können.
      Ich habe gerade dein SS-update von vor 5 Tagen auf deinen Blog gelesen- so wie es nun bei mir aussieht, könnte evtl auch alles etwas schneller gehen. Die Kleine hat sich -leider mit dem Hintern- ins Becken abgesenkt und ich habe ziemlich starke vorzeitige Wehen (Ende 34. SSW). Also hoffe ich, dass es noch ein paar Wochen gut geht und liege mal wieder auf dem Sofa.
      Ich werde in einem Krankenhaus entbinden und mom. deutet leider alles auf KS hin :(. Ich drücke dir die Daumen, dass sich euer Kleiner auch noch etwas Zeit lässt!
      LG

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