Dienstag, 3. März 2015

{Flashback} Der positive Test und erster Frauenarztbesuch



Eigentlich ist der positive Schwangerschaftstest ja der erste Meilenstein von dem "Abenteuer Baby", wo einen plötzlich eine ganze Vielzahl von Gefühlen überwältigt und der Kinderwunsch Realität annimmt. Bei mir war es dieses Mal nicht ganz so, dank der direkt vorangegangenen Fehlgeburt.
Da es sich um einen natürlichen Abgang handelte, musste ich keine weiteren Wartezeiten einhalten und wir durften sofort wieder loslegen. Ich habe dann auch tatsächlich im gleichen Zyklus wieder Ovu-Tests verwendet und zusätzlich einen zyklusregulierenden Tee getrunken, denn eigentlich hätte ich mit einer gewissen Wartezeit gerechnet, bis sich alles wieder einpendelt.
Aber- es hat direkt im gleichen Zyklus wieder geklappt! Dieses Mal war als anders als beim letzten Versuch. Ich hatte einen regelrechten Bilderbucheisprung, so richtig mit spinnbaren Zervixschleim (sorry, wenn das niemand wissen will), erst dem 2tägigen Östrogen- und dann dem LH-Anstieg (sagte Clearblue), guter MuMu-Höhe (das will nun endgültig niemand mehr wissen...)- jedenfalls hat alles lehrbuchhaft gepasst.

Und ich hatte ziemlich direkt das nicht näher definierbare und vom rationellen auch komplett unnachvollziehbare Gefühl, dass es sofort wieder geklappt hat. 8 Tage nach dem Eisprung war ich mir eigentlich sicher, dass ich wieder schwanger bin und meine restlichen rationellen Gehirnzellen flüsterten mir zu "Das ist nur Wunschdenken! Du kannst das gar nicht wissen, weil du jetzt noch gar nichts merken kannst!". Ich hatte diesen Zyklus- da Tag 1 ja der Abort war und quasi mit der Periodenblutung gleichzusetzen ist- keine Ahnung, wie lange dieser dauern würde. Deshalb hatte ich aus Kostengründen zusätzlich zu meinem Clearblue noch günstige 10er Ovus verwendet- von ebay, 10€ für 50Stück.

Nun-immer noch 8 Tage nach der Ovulation- begann ich, noch mal solch einen Ovu zu benutzen, eigentlich um zu sehen, ob die Sensitivität stimmt oder ob ich mir für den Folgezyklus (ja, das waren die vernünftigen Hirnzellen!) welche mit geringerer Sensitivität zulegen sollte. So kam ich dann ungewollt zum orakeln, denn dieser Ovu hatte einen fetten, also richtig richtig fetten Strich- stärker als beim Eisprung selbst. Dank Google entdeckte ich ziemlich schnell, dass die meisten Ovus (die eigentlich LH messen) eine Kreuzreaktion mit dem bei einer Schwangerschaft gebildeten HCG eingehen, und wenn nun der Strich des Ovus positiv ist und in den Tagen vor der erechneten Mens immer stärker wird, kann dies ein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein. Die Chance liegt bei 70-80%- deshalb "Orakel".

Ich habe also meine rationalen Zellen in die Wüste geschickt und 4 Tage lang mit den Ovus "getestet". Der Strich wurde jedes Mal noch dicker, der Kontrollstrich war ein Klacks dagegen. Ich war mir ziemlich sicher- ich bin schwanger.

An Tag 12 machte ich dann den ersten Schwangerschaftstest- 10 Stück lagen bei den Ovus gratis dabei. Hier die erste Ernüchterung: der blieb weiß. Mit gaaanz viel gutem Willen und im richtigen Licht evtl. der Hauch eines Schattens...aber um ehrlich zu sein: der war negativ.
Also nochmal an Tag 13 wiederholt- hier gab es tatsächlich, wiederum mit viel Einbildung, eine gaaanz leichte zweite Linie.
Uff, bis Tag 14 warten: nun war es eindeutig- eine zwar leichte, aber dieses Mal tatsächlich erkennbare Linie war zu sehen- schwanger! Meine Gefühle im ersten Moment? "Dachte ichs mir doch." Dann kam erstmal nichts, bis sich sich ganz, ganz langsam eine leise, verhaltene Freude meldete. Dieses Mal aber nichts mit übersprudelten Gefühlen.
diverse Schwangerschftstest...
Ich hielt- wieder mal äußerst unromantisch- Herrn M. den Test beim Frühstück unter die Nase. Er wusste bis dato nichts von meiner Testerei. Deshalb sein erster Kommentar "passt wieder alles mit deinem Zyklus?"- ich: "Das ist kein Ovu!!!"- "Hmmm??"- "Ja schau halt mal genauer hin!"- "Ist das ein Schwangerschaftstest???" (als kleine Anmerkung: Herr M. ist auch Apotheker und sollte sowas eigentlich kennen . Zu seiner Verteidigung sei aber gesagt, dass wir nur die schicken Tests in tollen Hüllen und bevorzugt mit Symbolen verkaufen und nicht diese Billig-Streifen, die aussehen wie Indikatorpapier!).

Er konnte es nicht fassen, aber die Freude blieb auch bei ihm zunächst verhalten, ebenso wie bei mir. Nicht, dass sie nicht dagewesen wäre, aber v.a. hatte ich Angst. Erstmal vor den nächsten paar Tagen, ob es nicht noch zu einem Frühabort käme (ja, genau deshalb sollte man diese blöde Frühtesterei auch lassen!), dann auch vor den nächsten Wochen. Wir wollten uns beide nicht vorab zu sehr freuen. So legte ich meinen ersten Gyntermin auf Ende der 7. Woche, ein Zeitpunkt, an dem man zumindest schon einen Embryo erkennen müsste, wenn alles gut ist. Ich wäre liebend gerne noch später gegangen, aber wir hatten schon einen Urlaub (als Ablenkung nach der Fehlgeburt) gebucht und davor wollte ich dann doch   erstmal Gewissheit.

Nur um ganz sicher zu gehen, kaufte ich mir noch einen Clearblue mit Wochenanzeige. Diesen wiederholte ich nach einer weiteren Woche, um zu sehen, ob das HCG auch steigt, sprich die Wochenanzahl in der Anzeige zunimmt. Vor diesen Momenten hatte ich immer am meisten Angst, aber auch hier war alles gut. Ich gehörte also nun offiziell zu den Frauen, die ich bislang milde belächelt hatte: hibbeln, viel zu früh testen und das ganze dann noch ca. 5 Mal wiederholen. Müssen die Hormone sein.

A propos, die merkte ich dieses Mal gewaltig und zwar von Anfang an: ich war dauermüde, hatte massive Kreislaufprobleme, mir war ständig flau und ich musste alle 2 Stunden was essen (ich, die bei Ablenkung sonst schon mal den ganzen Tag das Essen einfach vergisst!). Und das ging bereits Ende der 5. SSW los- brauchte ich noch mehr Bestätigung? JAAA!

Ich verbrachte die Wochen bis zum Gyn-Termin damit, mich abzulenken. War nicht allzu schwer denn wir hatten gerade mit dem Umzug begonnen, alte Mietswohnung streichen (meine Fresse, war das anstrengend! 1 Stunde streichen, eine halbe Stunde Pause und essen, wieder eine Stunde pinseln,...mein Arbeitstempo war so langsam, dass es praktisch kaum vorhanden war!), Kartons packen etc.  Da blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken.

Die richtig große Freude gab es dann auch erst beim Frauenarzt bei 6+5: Die Yetin (damals natürlich noch ohne Namen!) war 8-9mm groß und man konnte das Herz schlagen sehen. Also zumindest die Gyn, ich brauchte dazu ziemlich viel Einbildung. Ich hätte vor Erleichterung beinahe geheult und das war dann auch der Moment, ab dem ich die Freude zulassen konnte und nicht mehr so ängstlich war- vorher hatte ich bei jedem Toilettengang verstohlen aufs Klopapier gespäht, nicht dass da irgendwo Blutspuren sind...

Noch auf dem Weg raus vom Arzt rief ich Herrn M. an, dieser war genauso nervös wie ich- hat er mir im Nachhinein gestanden. Jetzt begannen wir gemeinsam, uns -zwar immer noch etwas vorsichtig, aber dafür trotzdem intensiv- zu freuen!

1 Kommentar:

  1. Und wenn man erstmal den positiven Clearblue Schwangerschaftstest vor sich hat, beginnt eigentlich die schönste Zeit mit der Vorfreude auf das Kind. Klar kommt da der eine oder andere unangenehme Punkt, im großen und ganzen war es für mich aber wunderschön

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