Montag, 31. August 2015

12.-15.Woche: Mehr Schlaf und noch mehr Angst

Als Lilly etwa 12 Wochen war, ging es schlagartig von einen Tag auf den anderen, dass sie nachts plötzlich durchgeschlafen hat. Gut, durchschlafen heißt in dem Fall, dass sie zwischen 22 und 23 Uhr einschläft und dann wieder zwischen 4 und 5 nach Nahrung verlangt. Aber hey, das sind um die 6 Stunden! Am Stück! Total erholsam, ich fühle mich fast wie im Urlaub. Und nach dieser Fütterung kommen nochmal 2-4 Stunden Anschlußschlaf. Was will man mehr?
qAnsonsten waren diese Wochen auch wieder geprägt von Arztbesuchen. Was ich noch gar nicht erzählt habe, Lilly hatte aufgrund der Beckenendlage keine optimale Hüfte, die aber nicht sooo schlecht war und beobachtet werden sollte. Im Klartext hieß das, dass wir seit 4 Wochen nach ihrer Geburt alle 2 Wochen in der Kinderklinik zur Hüftsono waren. Da hatte sich die Hüfte aber sukzessive weiterentwickelt, so dass nichts gemacht werden musste. Dann kam es allerdings 2 Wochen lang zu einem Entwicklungsstopp, und wir mussten eine Breitwickelwindel anlegen. Leider stellte sich nach weiteren 2 Wochen heraus, dass diese auch gar nichts gebracht hatte, und nun erhielt die Maus ein Hüftgestell, die Tübinger Schiene.

Zu diesem Zeitpunkt war Lilly schon 12 Wochen alt und ihre Beinfreiheit gewöhnt. Ihr könnt Euch den Terror vorstellen, wenn man sie dann in eine festsitzende Orthese klemmen muss...der erste Tag war übel, dann hatte sie sich kurzzeitig damit angefreundet. Leider wirklich nur sehhhr kurz, denn zum Wickeln muss man das Ding ja abnehmen- und das Wiederanlegen entartete jedes Mal in ein Drama. Nach wenigen Tagen war es so weit, dass die Maus schon zu brüllen begann, sobald ich ihr die Hose anzog- wie wusste genau, was nun kam. Alle Ablenkungsmanöver waren relativ erfolglos, aber es half ja nichts: die Schiene musste dran. In der Hoffnung, dass 4 Wochen genügten.

Auch nicht ganz so rosig sah es mit Lillys Blutwerten aus. Bei der G1-Impfung wurde wieder Blut gezapft und am nächsten Tag erhielt ich wieder einen Anruf vom Arzt: das Hb ist besorgniserregend niedrig, wir müssten unbedingt noch am selben Tag zur Kontrolle, ansonsten wäre schnelles Handeln angesagt. Dies hieß im Klartext: Bluttransfusion.
Also sind wir wieder zum Doc gestiefelt und Lilly wurde wieder gepiekst, dieses Mal wieder in den Finger und nicht venös. Da war der Hb-Wert dann zum Glück wieder etwas höher, zwar immer noch weit unter dem Normalwert, aber nur beobachtungsbedürftig.
Allerdings sind die Unterschiede zwischen kapillarer und venöser Messung eklatant und ich weiß nicht, welchen Werten man vertrauen sollte. Bereits in der Vorwoche hatte ich diese massive Abweichungen festgestellt und der Arzt konnte mir auch nicht beantworten, wieso es zu solchen starken Schwankungen kam, kleinere sind normal, aber dass zwischen 2 unterschiedlichen Abnehmmethoden 1 Million rote Blutkörperchen "verschwinden"? Das ist dann doch ein bißchen viel...

Der Trend beim Hb ging trotzdem weiter nach unten, war er in der Vorwoche noch 9,0g/dl (venös) bzw. 10,2 (kapillar) gewesen, so war er nun nur noch 7,6 (venös) bzw. einen Tag später 8,9 (kapillar). Da es der Milchmaus ansonsten aber zum Glück gut ging, sie aktiv war, lachte, brabbelte und spielte musste vorerst nichts unternommen werden und wir sollten in 2 Wochen wieder zum Blut zapfen.
Den Ferritinwert hatte ich ja nun selbst angefordert und wie sich herausstellte, war dieser absolut in der Norm- die Anämie war nicht durch Eisenmangel bedingt, demzufolge hilft also auch eine Eisensubstitution nichts!
Und nun blieb die Frage, wo das ganze herkam. Bestenfalls war es nur die physiologische Trimenonanämie, da würde sich das mit der Zeit von selber geben bzw. wenn die Werte zu schlecht sind, müsste man Blut transfundieren, aber auf Dauer gesehen geht diese Anämie von alleine weg.
Schlimmstenfalls ist es eine Blutbildungsstörung oder eine Hämolyse der Erys, aber da blieb nun erstmal wieder nur Warten und Hoffen...

Ansonsten hatten wir sehr ruhige Wochen mit einer überwiegend braven Milchmaus und ich selbst schaffte es allmählich auch, mein Leben wieder mehr in den Griff zu bekommen. Heißt, dass Kochen keine eklatante Ausnahme blieb und ich auch tagsüber nicht mehr nur müde war, sondern tatsächlich allmählich wieder einen normalen Tag-Nacht-Rhythmus entwickelte. Wir hatten auch recht viel Kontakt zu anderen Mamis, bspw. aus dem GVK, mit denen wir uns einmal wöchentlich trafen und empfingen an den Wochenenden oft Besuch von Freunden oder Verwandten. Es war also eine schöne und ruhige Zeit, wenn nicht die Sorgen als bitterer Unterton gewesen wären...

Kommentare:

  1. Dieses Gestell muss meine Maus auch tragen :( wir haben es seit ihrer 5ten Lebenswoche. Sie war auch eine Beckenendlage.
    Ich bin wenig begeistert, aber natürlich muss das sein und es ist tausend mal besser, als wenn sie später arge Probleme hätte. Schön finde ich es trotzdem nicht...
    Und auch wenn Mila das schon seit der 5ten Woche hat, stört es sie trotzdem...Sobald das Gestell beim Windel wechseln ab ist, ist sie total fröhlich und streckt die Beine weit aus...Das Theater ist bei uns dann auch erst einmal riesig wenn sie das Teil wieder umgeschnallt bekommt :( aber nach kurzer Zeit ist dann wieder gut.

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  2. Ich hoffe für euch, dass ihr die Sorgen bald größtenteils hinter euch lassen könnt. Ihr macht das aber trotzdem alles echt toll, finde ich! Es ist schön, dass ihr trotzdem das Positive und die zunehmende Routine genießen könnt =)

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  3. Hallo ihr lieben wir haben nun auch seit 2 Tagen dieses blöde Gestell. Nun meine Frage. Also ersten macht meine Maus wirklich riesig Theater und brüllt manchmal solange das sie schon Garkeine Luft mehr holt und heute musste ich feststellen das Sie überall Abdrücke von dem Gestell hat was schon fast in blaue Flecken übergeht... Ist das bei euch auch so? lG Susi und Lena

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    1. Liebe Susi, blaue Flecken sind definitiv nicht normal und auch das Dauergebrüll nicht. Lilly hat beim Anziehen auch immer sehr geweint, aber das hat dann nachgelassen, wenn sie dran war. Geh zum Arzt und lass den Sitz nochmal prüfen! LG

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