Montag, 17. August 2015

9.-11.Woche: Impfen und Entwicklungsschub

Als die Maus genau 9 Wochen alt war, stand der erste Impftermin auf dem Programm. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die von der Stiko empfohlenen Impfungen wahrzunehmen, trotzdem hatte ich ein ungutes Gefühl angesichts der Impfreaktion.
Glücklicherweise hat die Kleine aber alles relativ gut vertragen, nach der erfolgten Impfung hat sie zunächst den halben Tag geschlafen und leicht erhöhte Temperatur bekommen. Gegen Abend ist diese bis auf 38,6° gestiegen und sie war wach und unruhig- und zwar so ziemlich die ganze Nacht. Selbiges hat sich am nächsten Tag fortgesetzt, das Fieber ist zwar sehr zügig von alleine auf den Normbereich gefallen, aber die Maus war übermüdet und konnte nicht schlafen und wurde demzufolge unleidig, hat erst gemeckert, dann fast unberuhigbar geweint.
Sie hat tagsüber immer nur häppchenweise und insgesamt sehr wenig geschlafen und auch in der folgenden Nacht dasselbe. Komplett überreizt und findet nicht in den Schlaf, ich war allmählich am verzweifeln und nichts hat wirklich geholfen. Wenn sie endlich eingeschlafen war, hat dies max. 30 Minuten angehalten und es ging wieder von vorne los.
Glücklicherweise war sie dann am nächsten Tag so kaputt, dass sie diesen fast komplett verschlafen hat- ebenso wie ich. Und daraufhin erfolgte auch eine erholsame Nacht.
Meine Lehre daraus: auch wenn das Fieber von alleine wieder gefallen ist, wenn sie das nächste Mal so quengelig ist, gibt es trotzdem ein Zäpfchen, da sie sich wohl irgendwie unwohl gefühlt hat oder Schmerzen durch das Impfen hatte.

Eine gute Woche später begann dann wieder eine Quengelphase. Lilly war insgesamt viel anhänglicher als sonst (im Klartext: Ablegen zum Schlafen war fast unmöglich- tagsüber ging das nur auf meinem Bauch oder im Tragetuch) und hatte allabendliche Schreiattacken; auch tagsüber wurde sehr zügig das Jammern und Weinen ausgepackt.
Das ging eine knappe Woche so und dann kehrte wieder mehr Ruhe ein und die Maus war insgesamt viel aufmerksamer. So lächelte sie nun deutlich häufiger, begann sich alleine mit dem Mobile oder dem Spielebogen zu beschäftigen (Wahnsinn! Manchmal liegt sie da 30 Minuten alleine drunter, kräht und lacht dabei bis es ihr dann zu langweilig wird) und die Hände wurden entdeckt und in den Mund gestopft. Der dabei entstandene Speichelfluss hat mich kurzzeitig daran denken lassen, ob sie nicht schon zu zahnen beginnt...jedenfalls muss ich nun immer ein Spucktuch unterlegen, sonst sind alle meine Oberteile klitschnass gesabbert!
Ihr Lieblingssinn scheint das Sehen zu sein, sie kann gefühlte Ewigkeiten irgendwelche Sachen anschauen und guckt immer ganz interessiert in der Gegend rum. Ich vermute, dass es sich hierbei um den 8-Wochen-Schub handelte, bei Frühchen soll man ja die Wochen die sie zu früh kamen dazu rechnen. Selbst dann passt es zwar nicht wirklich, aber 1. kann man das m.M.n. ohnehin nicht SO genau sagen und 2. stimmen die neuen Fähigkeiten mit denen des 8-Wochen-Schubes überein.

Nach einigen wirklich friedlichen Tagen folgte dann leider wieder ein regelrechter Terror und zwar so sehr, dass ich zum Kinderarzt stiefelte: Lilly wollte nichts mehr trinken, weder Brust noch Flasche und fing nach 20g immer lautstark zu Brüllen an. Als dies den ganzen Tag so ging und sie selbst von diesen Mikromengen noch einiges Erbrochen hat, bin ich spätnachmittags zum Doc getigert, da ich Schmerzen beim Trinken bzw. einen Reflux vermutete. Abgesehen vom Trinken ging es ihr allerdings sehr gut, da hat sie gelacht und gespielt, aber während den "Mahlzeiten" nur ein Dauergebrüll. Gerade beim Stillen kam ihr die Milch teilweise währenddessen wieder hoch.

Beim Arzt wurde die arme Maus 2 Mal gepiekst zur Blutabnahme, um eine Entzündung auszuschließen. Hier schien alles in Ordnung zu sein, doch waren zu wenig Hämoglobin und rote Blutkörperchen vorhanden, sprich es lag eine Anämie vor. Nun nahm das Übel seinen Lauf und wir mussten am nächsten Tag noch einmal zur Kontrolle hin.
Die Trinkproblematik selbst hatte sich im Laufe des Abends urplötzlich von alleine erledigt, als ich ihr die Flasche in halb aufrechter Position gegeben habe. Sie fing richtiggehend zu bunkern an und hat innerhalb von ca. 4 Stunden über 300g weggesaugt.

Der Arzt hatte mir aufgrund der ganzen vorangegangenen Stillproblematik im Übrigen indirekt zum Abstillen geraten (da war Lilly 10 Wochen alt), auch wenn er es irgendwie diplomatischer formuliert hatte. Seitdem bin ich also schneller als erwartet tatsächlich sukzessive am Abstillen, ich habe eine Woche lang nur noch abgepumpt und stillte dann wieder einmal täglich in der Früh. Hier waren die Brüste randvoll (hielt leider nicht allzu lange an) und die Maus trank schön, sobald sie aber im Tagesverlauf leerer wurden, ist das Gezeter und der Terror wieder groß.
Durch das Einmalstillen und weitere 2-3x tgl Abpumpen kam die Kleine auf insgesamt 300-400g Muttermilch täglich, den Rest erhielt sie nun als Pre-Nahrung. Mit der Flasche klappte das Füttern wesentlich unproblematischer als das Stillen. Leider ging das Abstillen aber nochmal viel zügiger als erwartet, innerhalb von etwa zwei Wochen hat sich die Milchmenge mit dieser Methode so reduziert, dass ich auf einen Tag nur noch 150-200g zusammen gekriegt habe und nach wenigen weiteren Tagen schrumpfte es auf nur noch 100g. Bis zur 14. Woche hat die Milchmaus noch meine Reste erhalten, dann waren auch diese erschöpft.
Wie gesagt, ich finde es sehr schade, aber es ist halt nunmal so.

Was aber nun das oben angesprochene "Übel" betrifft: am nächsten Tag waren wir ja erneut zur Kontrolle beim Arzt, auch hier wurde wieder Blut gezapft, dieses Mal venös und es wurde an ein Labor geschickt. Freitagabend hatte ich dann eine Nachricht auf der Mailbox, dass ein Leberwert erhöht sei und wir das weiter verfolgen müssen. Ihr könnt Euch mein Wochenende vorstellen, ich bin vor Sorge schier zerflossen.
Montags hatte ich dann ohnehin einen Termin zur U4 und hier wurde das ganze dann relativiert, vermutlich handele es sich nur um einen kleinen, banalen Virusinfekt und das Blut solle in 2 Wochen erneut kontrolliert werden. Es wurde auch direkt ein Ultraschall von der Leber gemacht, welcher aber zum Glück unauffällig war. Gegen die Anämie selbst muss die Kleine nun Eisentropfen nehmen. Ich habe dann noch eine Kopie der Blutwerte mitgenommen und wir sind wieder nach Hause gefahren.
Dort habe ich mir die Werte dann genauer angesehen und festgestellt, dass die Werte eigentlich gar nicht zu einer Eisenmangelanämie passen, zumal das Ferritin (der Eisenspeicher) gar nicht bestimmt wurde. Der Arzt hatte auch eine sog. Trimenon-Anämie erwähnt, bei der es physiolgischerweise um die 12. Woche rum zu einem Abfall der Erys und des Hämoglobins kommt, da hier dann eine Umstellung in der kindlichen Blutbildung stattfindet. Dies Art der Anämie ist aber nicht mit Eisen therapierbar!

Außerdem waren neben dem Leberwert auch die Thrombozyten zu hoch und ich natürlich insgesamt wieder besorgt. Leider blieb mir nichts außer Abwarten übrig, für den Termin zur erneuten Blutabnahme werde ich auf alle Fälle selbst den Ferritinwert anfordern und so sehen, ob die Eisensubstitution wirklich notwendig ist (das gibt halt wieder noch mehr Bauchwehprobleme) und hoffen, dass sich die anderen Werte und v.a. das Leberenzym wieder verbessert haben...

Ich verstehe nicht, wieso -gerade wenn man ohnehin Blut abnimmt und eine ganze Latte an Werten bestimmt- dann ein zur Diagnosesicherung ganz wichtiger Wert nicht veranlasst wird, stattdessen aber einfach mal auf Verdacht therapiert werden soll?!
Im Nachhinein denke ich mir, dass ich besser nicht zum Arzt gegangen wäre. So bin ich nun in ständiger Sorge wegen den Laborwerten und die arme Maus muss dauernd gestochen werden- aber das weiß man ja immer erst danach besser.

1 Kommentar:

  1. Ach Mensch, dieses vor Sorge zerfließen ist echt ein schlimmes Gefühl, vor allem wenn es ums Baby geht... Fühl dich fest gedrückt von mir! Hoffentlich ist die Sorge am Ende unbegründet. Zum Glück kennst du dich ja aus mit den Werten, mir z.B. wäre so etwas niemals aufgefallen

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