Samstag, 7. November 2015

Ausstattung für "Flaschenkinder"


Nachdem das Stillen bei uns ja nicht allzu lange geklappt hat, mussten wir auf die Flasche ausweichen. Dies war am Anfang aber gar nicht so leicht wie gedacht, denn angesichts der Auswahl an Flaschen und Zubehör war ich doch leicht überfordert. Und mit dem viel gepriesenen "Avent-Naturnah"- Set, welches ich schon vorgeburtlich für den "Notfall" gekauft hatte, kamen wir leider gar nicht zurecht.
Deshalb hier nun eine kleine Übersicht für "Flaschenbabys" mit Produkten, die notwendig oder empfehlenswert sind.
Zuallererst ist es wichtig zu wissen, ob man vorwiegend Stillen möchte und nur hin und wieder die Flasche anbietet, oder ob man sein Baby komplett per Flasche füttern möchte.
Im ersten Fall bieten sich hier spezielle Sauger an, die nicht zu einer Saugverwirrung an der Brust führen. Diese gibt es mittlerweile von verschiedenen Firmen (bsp. Avent naturnah), doch meines Wissens nach ist der einzige, der wirklich dieses Brust-Saugverhalten imitiert (d.h. es tropft nichts automatisch raus!) der Calma-Sauger von Medela. Die anderen haben zwar einen Sauger, der in der Form an die Brustwarze erinnern sollen, doch vom Saugen her sind es ganz normale Tropfflaschen.

Zum Thema Sauger gibt es auch Unterschiede: sowohl von den Formen (z.B. symmetrische& asymmetirsche, dickere&dünnere, kürzere&längere etc), als auch von den den Fließgeschwindigkeiten. Hierbei unterscheidet man 1-Loch &2-Loch (später auch noch mehrlöcherige) Sauger, wobei die einlöcherigen für Tee und Pre-Milch, die 2-Loch für dickere Milch (1er, 2er) und ältere Babys geeignet sein sollen. Manche Hersteller verwenden auch andere Bezeichnungen wie "S" für den 1er oder "M" für den 2er. Generell wichtig ist hierbei, dass die Lochgrößen und somit die Tropfgeschwindigkeit bei den unterschiedlichen Anbieteren stark variieren.
So wird oft empfohlen, einen 1er-Sauger in den ersten Wochen zu nehmen, und dann auf einen 2löcherigen umzusteigen. Allerdings ist das ganze sehr individuell und hängt von der Saugkraft des Babys ab. Ist das Loch/die Löcher zu groß, rinnt es zu schnell und die Kleinen verschlucken sich; bei zu kleinen Löchern kommt zu wenig, das Baby saugt und saugt und wird nicht satt und beginnt irgendwann frustriert zu meckern.
Wir kamen z.B. mit dem 1-Loch-Sauger von Avent überhaupt nicht zurecht, das ganze ist viel zu schnell getropft und Lilly hat sich dauernd verschluckt und Unmengen an Luft mitverspeist. Erst seitdem sie ca. 3 Monate war, hat dieser Aufsatz funktioniert. Zwei weiteren Damen bzw. Kindern in meinen Bekanntenkreis ging es genauso.

Es hilft im Endeffekt also nur probieren! Und deshalb mein wichtigster Tipp: nicht schon vorgeburtlich ganze Sets kaufen, sondern am besten erstmal je eine Flasche von 2 oder 3 verschiedenen Firmen, um zu sehen, mit welcher das Baby besser zurecht kommt und dann erst nachkaufen.

Generell empfehlenswert sind sog. Anti-Kolik-Systeme, die während des Trinkens für einen Druckausgleich sorgen, so dass weniger Luft verschluckt wird. Die meisten Anbieter haben diese im Programm, z.B. Avent Anti-Kolik, Mam, Nuk first choice+ oder auch die Eigenmarken von DM oder Rossmann.

Zum Thema Kompatibilität der Aufsätze von verschiedenen Firmen: Ich habe festgestellt, dass die weiten first choice+ -Sauger von Nuk tatsächlich nur auf Nuk-Flaschen passen, während Avent auch auf den Weithalsflaschen von DM (Babylove) verwendbar ist. Die normalen, engen DM-Flaschen sind mit allen gängigen normalen (nicht Weithals!) Saugern kombinierbar.

Möchte man ausschließlich die Flasche geben, ist es sinnvoll, 6-8 Flaschen zu besitzen, die man einmal täglich sterilisiert und so dann für einen ganzen Tag vorbereitet ist, ohne dass man zwischendurch noch ständig reinigen muss.

Ein extra Sterilisiergerät ist nicht zwingend notwendig, aber sehr praktisch. Prinzipiell kann man die Flaschen und Sauger auch im kochenden Wasser in einem Topf einige Minuten auskochen, aber mit einem Vaporisator geht das ganze schneller und einfacher. Hier habe ich das Gerät von Avent und bin damit sehr zufrieden. Es hat ausreichend Platz auch für größere Flaschen und in 10 Minuten ist alles wieder sauber.

Was man zusätzlich benötigt, ist eine spezielle Flaschenbürste (diese ist oftmals in Sets enthalten oder auch einzeln für wenig Geld erwerbbar) und am besten ein Spülmittel, welches kein Parfum enthält. Spezielle Baby-Spülmittel sind hypoallergen und enthalten Enzyme, die Milchreste schnell lösen. Gibt es z.B. von Frosch.

Für mich unabdingbar ist eine Thermosflasche. Ich koche in der Früh heißes Wasser, lasse dieses auf etwa 55° abkühlen und fülle es dann in die Thermoskanne, wo es bis abends warm bleibt und im Verlauf des Tages auf etwa 40° abkühlt. Abends dann nochmal das gleiche Spiel für die Nacht. Je nach Hersteller halten manche Kannen länger warm als andere. Viele arbeiten auch mit der "2-Flaschen-Methode", wo man je eine Thermoskanne mit heißen und kaltem Wasser füllt und diese vor dem Trinken direkt zusammenmixt. Bei mir ist tatsächlich die eine Kanne ausreichend, wenn ich das Wasser 5 Minuten in der Flasche bei Raumtemperatur stehen habe, hat es die optimale Trinktemperatur.

Anfangs sehr nützlich fand ich ein Flaschenthermometer, da ich meinem Wärmeempfinden erstmal nicht vetraut habe. Allerdings lernt man das mit der Zeit.

Einen Fläschchenerwärmer besitze ich zwar, doch finde ich diesen nicht wirklich praktisch. Für Muttermilch war er unabdingbar, für Fertigmilch erschließt sich mir der Sinn nicht so ganz, da man diese ja nicht doppelt erwärmen soll und beim Anmischen ja ohnehin die Trinktemperatur vorliegt. Ich weiß zwar, dass manche Mamas die Flaschen in der Früh fertig vorbereiten, diese im Kühlschrank lagern und dann vor dem Trinken erwärmen, doch raten alle Hersteller von dieser Methode zwecks Keimentwicklung dringend ab! Und Reste in der Flasche sollte man ohnehin verwerfen! Also zwar sinnig für Muttermilch und später auch bei Beikost, aber für Fertigmilch sicher kein must have.

Was an sich an sehr praktische Sache ist, ist der Nip Cool-Twister. Hier handelt es sich um ein Gerät, dass heißes Wasser in kürzester Zeit auf die eingegebene Temperatur runterkühlt; hierbei kann man zwischen verschiedenen Wärmestufen wählen, z.B. 37° oder auch 70°. Katharina hat dazu einen ausführlichen Bericht geschrieben und ich wollte mir das Teil eigentlich kaufen, fahre aber mit meiner Thermoskanne so gut, dass es doch nicht nötig war.

Für unterwegs oder auch die Nacht sehr praktisch finde ich Milchpulver-Portionierer. Hierbei handelt es sich nur um kleine Plastikdöschen mit einem Trichteraufsatz, in die man das Pulver gibt und dann direkt in die Flasche kippt. An sich also nur ein Gimmick  zum Vorbereiten, damit es dann schneller geht. Aber praktisch!

Auch gibt es spezielle Flaschenwarmhalter für unterwegs, die wie kleine Isoliertaschen aussehen. Diese habe ich allerdings bislang nicht getestet und werde dies auch nicht tun, da die Temperatur bei diesen doch sehr schnell absinkt und ich so eine kleine Thermoskanne (hier gibt es wirklich sehr handliche, z.B. von reer) wesentlich praktischer finde.


 Checklist:
- genügend Flaschen und Sauger
- 1-2 Thermoskanne(n)
- Vaporistor
- Flaschenbürste
optional:
- Milchpulverportionierer
- Flaschenerwärmer, ggf. Warmhalter für unterwegs
- Thermometer
- Cool Twister


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Kommentare:

  1. Auch wenn ich voll stille, war dieser Beitrag sehr interessant für mich :)

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  2. Hallo Manati,

    kann dir MAM-Flaschen übrigens empfehlen. Sind zwar nicht ganz billig, aber toll. Das Anti-Kolik System ist im Boden, der Sauger tropft kein bisschen und man kann die Flaschen komplett zerlegen, was zum Sterilisieren echt super ist.
    Ich musste unsere trotz Geschirrspüler nie austauschen, da sie auch nach 1 Jahr noch top waren. Nur die Sauger habe ich glegentlich ausgetauscht

    LG
    Daniela

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  3. Hallo Manati,
    ich habe für meine beiden Kinder ein-und den selben Mikrowellensterilisator von AVENT benutzt. Dazwischen lagen 8 Jahre. Diese Dinger sind also durchaus auch gebraucht empfehlenswert.
    Viele Grüße
    Theresa

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