Montag, 30. November 2015

Beikostbeginn


Wir sind nun im Beikostalter angekommen. Doch gerade zu Anfang stellen sich hier viele Fragen: wann  beginnt man mit Beikost? Was sollte man geben? Wie geht man vor?
Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Milupa unter dem Motto "Gesunde Ernährung in den ersten 1000 Tagen" entstanden und beantwortet (hoffentlich) häufige Fragen zum Thema "Beikost".
In einem zweiten Teil werde ich dann von unserem persönlichen Beikoststart, fernab der Theorie, berichten.
So, aber nun erstmals zu den Fakten:
Was ist Beikost?
Mutter- oder Säuglingsmilch ist im gesamten ersten Jahr die Hauptnahrungsquelle für das Baby. Zusätzlich wird allmählich begonnen, Beikost einzuführen. Wie der Name schon sagt, beginnt dies begleitend zur Milch und ersetzt diese nach und nach. Ziel davon ist es, das Baby einerseits an die neuen Geschmäcker zu gewöhnen und somit allmählich in die Familienernährung einzuführen und andererseits wird damit auch der steigende Nähstoffbedarf des Kleinen abgedeckt.
Normalerweise versteht man unter Beikost hierzulande verschiedene Breie, gerade in letzter Zeit geht der Trend aber auch dahin, Fingerfood -also bspw. gedünstetes Gemüse als Sticks- zu geben.

Was wird empfohlen?
Klassischerweise beginnt man mit der schrittweisen Einführung von verschiedenen Breien, beginnend mit einem Gemüsebrei zu Mittag, dem man dann allmählich Kartoffeln und später auch Fleisch zufügt. Allerdings meine ich mich zu erinnern, dass die WHO ab ca. dem 8. Monat auch schon zusätzlich zu den Breien Fingerfood empfiehlt. Wichtig hierfür sei allerdings, dass das Baby schon aufrecht sitzen kann.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Laut neuen Empfehlungen sollte man frühestens ab der 17. und spätestens ab der 26. Woche mit der Einführung der Beikost beginnen.
Wichtige Zeichen für die Beikostreife sind:

- Das Baby kaut verstärkt auf seinen Händchen herum
- Es zeigt Interesse am Essen und beobachtet z.B. was oder wie die Mama isst
- Evtl. wird es alleine durch Milch nicht mehr richtig satt oder die Abstände zwischen den Milchmahlzeiten verkürzen sich
- Der Zungenstreckreflex, durch welchen das Essen wieder aus dem Mund gedrückt wird, hat nachgelassen
Manche sagen auch, dass das
-Drehen von Bauch- in Rückenlage oder umgekehrt
wichtig sei, denn diese motorische Fähigkeit würde angeblich in Zusammenhang mit der Reife des Magen-Darm-Traktes stehen.

Wie geht man genau vor?
Hier beschränke ich mich auf die "klassische" Einführung von Brei als Beikost und lasse Fingerfood/BLW außen vor.



Wie schon oben erwähnt, sollte zunächst die Mittagsmahlzeit ersetzt werden. Dies hat den simplen Grund, dass bei Nicht-Vertragen einfach noch ein Nachmittag dazwischen ist und man als Eltern da (angeblich) noch bessere Nerven hat, als so etwas mitten in der Nacht durchzustehen.
Von den Zutaten her sollte man zunächst mit einer Gemüsesorte beginnen, z.B. Karotte oder Pastinake, da diese leicht süßlich schmecken und der angeborenen Präferenz nach Süßem (Fruchtwasser und Mutter-/Säuglingsmilch sind leicht süß!) entgegenkommen.
Zunächst nur wenige Löffelchen anbieten, ca. 3-4 TL und schauen, ob es akzeptiert und vertragen wird. Idealerweise bleibt man mind. 2-3 Tage bei einer Gemüsesorte und führt dann eine neue ein. Danach werden Kartoffeln zugesetzt und zu guter Letzt irgendwann Fleisch/Fisch. Die Menge wird nach und nach gesteigert, bis sie eine ganze Milchmahlzeit ersetzt hat. Bis dahin unbedingt nach jedem Brei immer die Brust oder Flasche anbieten. Als Zeitrahmen für das vollständige Einführen eines Breis kann man 1 Monat als Richtlinie nehmen.
Sobald das mit dem ersten Brei geklappt hat, führt man als nächstes die Abendmahlzeit ein- einen Milch-Getreide-Brei.
Hierfür gibt es ebenfalls fertige Gläschen oder man kann ihn selbst herstellen aus diversen Flocken. In der ersten Zeit bieten sich glutenfreie und leicht verträgliche Getreidesorten an wie Reis-/ Maisgrieß oder Reisflocken, später ist dann bspw. Hafer eine gute Nährstoffquelle.
Anschließend kommt dann nachmittags ein milchfreier Getreide-Obst-Brei, danach wird vormittags ein Brei eingeführt (ebenfalls mit Obst und Getreide). Das Milchfrühstück bleibt am längsten bestehen. So wird das Baby schrittweise an die Familienernährung herangeführt und mit etwa einem Jahr sollte es dann allmählich beginnen, "vom Tisch" mitzuessen.
Soweit also die Theorie. Die Breireihenfolge ist hierbei nur als Vorschlag zu verstehen, wie sie sich wohl bzgl. der Vertäglichkeit bewährt hat.

Was tun, wenn das Baby nicht essen will?
Es kann schlicht und einfach sein, dass es noch nicht "reif" hierfür ist und nur im Zuge der oralen Erkundungsphase lediglich mal testen wollte. Dies ist v.a. oft dann der Fall, wenn das Baby den Brei wieder aus dem Mund schiebt und nicht schlucken will. Daher am besten 1-2 Wochen pausieren und erneut probieren.

Ansonsten hilft nur: Geduld! Und zwar wirklich ganz, ganz viel.  Einfach Tag für Tag wieder anbieten, -ohne Zwang und Druck- und wenn das Baby nicht will, aufhören. Um am nächsten Tag erneut zu beginnen.
Manches muss man 10 Mal anbieten (laut anderen Quellen sogar bis zu 30 Mal!), bis es akzeptiert wird. Man sollte sich zwar durch verschiedene (Gemüse)sorten durchtesten, aber nicht täglich wechseln! Und letztlich ist das ALLES eine neue Erfahrung: nicht nur der Geschmack, auch die Konsistenz der einzelnen Breie ist unterschiedlich, der Schluckvorgang ist neu, der Löffel...bei wem das auf die ersten Male gleich gut klappt, der hat wirklich großes Glück!

Wenn das Kleine gerade zahnt oder einen Infekt ausbrütet, sollte nicht mit der Beikost begonnen werden, da einerseits der Mundraum empfindlich sein kann und andererseits die körperliche Belastung auch ohne etwas Neues schon groß genug ist.

Soweit also die Theorie, mehr zu unseren Praxiserfahrungen gibt es bald.

1 Kommentar:

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