Sonntag, 4. Dezember 2016

Wie es mir so geht...


Ich muss gestehen, mir ist kein besserer Titel eingefallen. Wie man sieht, ist schon der 2. Advent und dieser Post soll ein update dazu sein, wie es mir im letzten Jahr (!) nach meinem Nervenzusammenbruch so ergangen ist.
Zum einen bin ich noch immer in Therapie und habe die Stunden, die die Krankenkasse zahlt, noch immer nicht alle wahr genommen. Dies liegt v.a. daran, dass sowohl meine Therapeutin in sämtlichen Schulferien Urlaub nimmt und auch Herr M. regelmäßig Urlaubsvertretungen machen muss, wo er dann Lilly logischerweise nicht betreuen kann. Und sie zu den Gesprächen mitzunehmen...da käme ich nicht zum reden!

Trotz allem tut die Therapie sehr gut, und was ich wirklich gelernt habe ist, dass ich mit Lillys Schreien und Wutanfällen mittlerweile total gelassen umgehen kann. Früher ist sofort mein Blutdruck hochgeschellt, ich hatte Angst, sie wieder nicht beruhigen zu können, war selber total gestresst- das ist weg. In diesem Punkt bin ich nun wirklich entspannt.
Ansonsten tu ich mir mit Entspannung aber generell sehr, sehr schwer. Auch wenn ich die Ansprüche an mich selbst deutlich zurück geschraubt habe und nicht mehr dauerhaft unter Strom stehe, entspannen kann ich noch längst nicht. Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Stressabbauventil und besuche seit Ende September einen autogenem Training-Kurs.

Der Alltag mit Lilly ist insgesamt mittlerweile deutlich leichter als er es lange Zeit war. Natürlich gibt es immer wieder schlechtere Tage, wo nur gemotzt und geweint wird und Lilly nur auf den Arm möchte- um dann dort sofort weiter zu meckern. Meist kann sie sich aber nun auch selber für kurze Zeit beschäftigen, sie hat bis auf die normalen Wut- und Trotzanfälle nur noch selten Schreiphasen (wenn, dann beim Zubettgehen wenn sie müde ist und nicht abschalten kann) und ist seit sie laufen kann deutlich zufriedener und ständig in Action. Kurioserweise ist dies hier aber eine totale Erleichterung, ich habe seitdem viel mehr Freiraum und nicht wie viele andere Mamas sagen, dass man den Kleinen auf Schritt und Tritt folgen muss.
Die Kehrseite ist allerdings, dass wir momentan wirklich stundenlang draußen durch den Wald tingeln- tagaus, tagein, bei jedem Wetter. Das ist zwar an sich ganz schön, aber täglich bei dem nasskalten Wetter zumindest mir fast zu viel...aber Lilly ist glücklich und fetzt dort ohne Ende rum.

Unser Sorgenkind sind nach wie vor die Eßprobleme und die damit teilweise einhergehenden Schlafprobleme. Leider auch für mich selbst ganz schnell ein Teufelskreis, denn wenn ich wieder mehrere fast schlaflose Nächte habe, sinkt meine Geduldsschwelle auch mit Lillys Esserei irgendwann rapide ab, was aber genau kontraproduktiv ist. Andersrum kann ich nach Lillys nächtlichem Aufwachen oft nicht so schnell wieder einschlafen und liege manchmal stundenlang wach- auch wenn Lilly längst schon wieder selig pennt. Das Ergebnis bleibt das gleiche: ich bin übermüdet, meine Nerven werden dünner und ich frustrierter.

An Tagen wo Herr M. da ist, ziehe ich mich mittlerweile bewusst zurück und überlasse ihm die Kleine, denn ich brauche ein bißchen Zeit für mich, um wieder etwas auftanken zu können. Im Alltag ist dies nicht möglich. Auch wenn sich Lilly mittlerweile etwas alleine beschäftigen kann, gilt dies nur solange ich auch etwas mache- kochen, saugen, aufräumen. Sobald ich sitze und mich nicht mit ihr beschäftige gibt es Terror. Lesen oder am PC sein geht nur, wenn die Dame schläft. Und dies ist momentan erst spätabends (22/22:30h), so dass Herr M. und ich keine Zeit zu zweit haben. Andererseits steht Lilly mittlerweile auch später auf, oft erst zwischen halb 9 und 9 und mit etwas Glück kann ich nach der letzten Flasche in diesen Morgenstunden auch ein bißchen schlafen, wenn die Nacht selbst wieder sehr unruhig war.

Insgesamt geht es mir also deutlich besser als noch vor einem Jahr und der Alltag ist einfacher geworden- aber trotzdem noch recht anstregend. Auch für Herrn M., denn wenn er frei hat, kümmert er sich wie eben erwähnt um Lilly. Da wir auch keinen Kitaplatz haben, werde ich auch nicht -wie ursprünglich geplant- jetzt wieder arbeiten, sondern vermutlich erst, wenn Lilly in den Kindergarten kommt. Nach wie vor dreht sich also so ziemlich alles ums Kind, gerade um die erwähnten Essprobleme. Und hier bin ich auf der Suche, damit ich selber besser abschalten kann und hoffe, dass das autogene Training etwas fruchtet...


Kommentare:

  1. Liebe Manati,

    ich verfolge deinen Blog seit meiner Schwangerschaft und freue mich immer, Neues von dir zu hören.
    Ich wünsche euch, dass es bald mit einem Krippenplatz klappt. Mir persönlich tut es immer gut, auch mal rauszukommen. Vermisst du derzeit deine Arbeit denn?
    Ganz liebe Grüße und alles Gute!

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  2. Liebe Jasmin,
    vielen Dank für deine netten Worte! Ich vermisse schon sehr das Rauskommen, eine andere Aufgabe als "nur" (hahaha) das Kind, aber in naher Zukunft wird das wohl nichts. Ich werde zum Thema Krippenplatz noch eine Post verfassen,
    GLG, Manati

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  3. Ich glaube das ist ganz normal. Genieße die Zeit so lange es noch geht. Irgendwann werden die Kleinen auch mal größer und auch manchmal zu kleinen Zicken. Aber man hat sie ja dennoch über alles lieb :)

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